N.L. Chrestensen - Samen- und Pflanzenzucht seit 5 Generationen

Ansicht der Stadt Erfurt um 1900 (Quelle:Wikipedia, Lizenz:Gemeinfrei)
Ansicht der Stadt Erfurt um 1900

Blumenstadt Erfurt - Samenzucht mit Tradition

Auf den fruchtbaren Lehm- und Lößböden um Erfurt herum befassten sich die Mönche der Stadt vermutlich bereits vor über 1300 Jahren mit dem Anbau von Kräutern und Gemüse. Im Mittelalter schließlich verhalf der Anbau und Handel von Waid (einem Blaufärbemittel) der Stadt zu Wachstum, Bekanntheit und wirtschaftlicher, kultureller und politischer Macht. Die klimatischen Bedingungen der hügeligen Landschaft machten zudem den Anbau von Wein nicht nur möglich sondern auch lange zu einem weiteren wichtigen Standbein der städtischen Wirtschaft.

Im 18. Jahrhundert entwickelte der gewerbsmäßige Gartenbau in Erfurt seine Blüte. So erschienen 1768 die ersten Handzettel als Vorläufer der späteren Samenkataloge. 

Im Laufe des folgenden Jahrhunderts schließlich entstanden bis heute weltbekannte Samen- und Kakteenzuchtbetriebe, unter ihnen die Firma N.L. Chrestensen.

Auch der Name "Blumenstadt" wurde in jenen Tagen auf Erfurt geprägt, was nicht zuletzt den ausgedehnten Blumenfeldern zur Samengewinnung an den Rändern der Stadt geschuldet ist.

Die Stadt erlangte wachsendes internationales Renommee auf dem Gebiet des Saatgutanbaus bis die Zeit der Weltkriege die Produktion und vor allem den Export der Samen nahezu unmöglich machte.

In den 50er Jahren versuchte man, mit verschiedenen Gartenschauen die gärtnerische Tradition nach Erfurt zurückzuholen. So gründete man 1958 die Internationale Gartenbau Ausstellung Erfurt (IGA) , die - mittlerweile unter dem Namen Erfurter Gartenbauausstellung (egapark Erfurt) - zu einem Wahrzeichen der Blumenstadt geworden ist.

Heute findet man in Erfurt außerdem das Deutsche Gartenbaumuseum und die Erfurter Fachhochschule für Gartenbau.

Buntbeutel zum 140 jährigen Firmenjubiläum (Quelle:Chrestensen)
Buntbeutel zum 140 jährigen Firmenjubiläum

Firma N.L. Chrestensen

1867 gründete der dänische Gärtnergehilfe Niels Lund Chrestensen eine Kunst- und Handelsgärtnerei in der Marktstraße in Erfurt. Bereits fünf Jahre später verteilte er seinen ersten Versandkatalog für "Gemüse-, Feld-, Gras-, Wald- und Blumensämereien".

Rasch entwickelte sich das Unternehmen zu einem leistungsfähigen und innovativen Zucht- und Handelsbetrieb mit weltweiten Aktivitäten.

Anlässlich der großen Weltausstellung 1893 in Chicago wurde das Unternehmen mit der Kolumbus-Medaille für neuartige Züchtungen und Angebotsformen gewürdigt. Außerdem war Niels Lund Chrestensen 1908 Mitbegründer des heute weltumspannenden Fleurop-Dienstes. Daran schlossen sich bis heute mehr als 1.000 weitere nationale und internationale Auszeichnungen an.

Die Firma Niels Lund Chrestensen KG war seit 1930 in bedeutendem Umfang an der Entwicklung der Hybridzüchtung beteiligt. Aktivitäten mit modernen Zuchtmethoden setzen sich in den heutigen Tagen im In-Vitro-Zuchtverfahren fort.

1972 erfolgte die Verstaatlichung durch die ehemalige DDR und nach der politischen Wende 1990 eine erfolgreiche Reprivatisierung. Nach Modernisierung und wirtschaftlicher Umgestaltung hat sich das Unternehmen wieder erfolgreich im grünen Markt etabliert.